Herrschaft Staufen

Amtshaus und Rathaus in Staufen

Die Herrschaft lag in den Händen der Herren von Staufen (Ministeriale der Zähringer, Castrum [Ruine] auf dem Schlossberg), die seit dem 15. Jahrhundert einerseits Reichsfreiherren waren, die selbst als Lehensgeber fungierten, andererseits in Abhängigkeit von Österreich gerieten und deren Oberhoheit anerkennen mussten. Nach deren Aussterben 1602 fiel die Herrschaft zurück an Österreich (Amtssitz Renaissanceschlösschen 15./16.Jh., Abb. links), 1628 an Schauenburg verpfändet, 1722 erneut Landvogtei, 1738 an St. Blasien. Zur Herrschaft Staufen gehörten neben der Stadt (Rathaus 1546, Abb. rechts) auch Wettelbrunn, Pfaffenweiler, Scherzingen und Offnadingen.

Wappen: in Rot drei goldene, mit Patenen gedeckte Kelche, das Wappen der Herren von Staufen. Die Stadt, die eine Selbständigkeit von der Herrschaft nicht erlangen konnte, führte im Wappen zusätzlich 5 Sterne. Beide Abbildungen links stammen von der Fassade des Rathauses in Staufen.

Grenzsteine der Herrschaft Staufen:

A: mit dem Wappen der Herren von Staufen an der Grenze zu Münstertal von 1550; B: gegenüber Kirchhofen von 1557, heute am Dorfmuseum in Pfaffenweiler; C: Pfaffenweiler gegenüber Kirchhofen vom 1732; D: an der Grenze Pfaffenweiler/Wolfenweiler (Baden) von 1748, heute am Dorfmuseum in Pfaffenweiler.
E: gegen Ballrechten (Baden) 1739; F: das Staufener Wappen verbunden mit dem Hirschwappen von St. Blasien gegenüber Heitersheim (Johanniter) von 1765 aus der Grenzsteinsammlung am Heitersheimer Schloss; G: an der Grenze Pfaffenweiler/Kirchhofen von 1806; H: am Dreimärker Offnadingen/ Kirchhofen/ Norsingen (St. Gallen) von 1798.
Grenzsteine der Stadt Staufen gegenüber dem Krozinger Wald, der auf dem Territorium der Herrschaft Staufen liegt.
I: von 1613, bedeutsamer Stein aus der Zeit, als die Herren von Staufen ausgestorben waren (1602) und die Herrschaft von Österreich als Landvogtei verwaltet wurde; J: von 1751; K,L: von 1784
Gegenüber Kirchhofen war der Krozinger Wald auf Gemarkung der Herrschaft Staufen gesondert ausgewiesen als GROZINGER WALT STAUFNER BAHN. Die Abbildungen M,N,O,P zeigen Beispiele, sämtlich von 1750 (N: hier wurde das U vom Steinmetz vergessen, P: der einzige Stein mit einem K für Krozingen).

Weitere besondere Grenzmarkierungen:

Zwischen Staufen und Bad Krozingen steht heute noch ein großes Grenzkreuz von 1565 mit Jahreszahl und dem Staufener Wappen (Abb. links), sowie dem Schnewliner Wappen auf der Krozinger Seite, das in dieser Zeit zu den Schnewlin von Landeck gehörte.

Ein weiterer Grenzstein der Herrschaft Staufen vom Dreimärker ∆ Staufen/Münstertal (St. Trudpert)/ Sulzburg(Baden) von 1801 (Abb. links) steht heute im Landesbergbaumuseum in Sulzburg mit einer späten und unüblichen Darstellung des Wappens. Im gekrönten, horizontal (üblicherweise horizontal) geteilten Wappen finden sich im oberen Anteil der schreitende (üblicherweise steigende) Hirsch für St. Blasien, im unteren Teil die drei Kelche für Staufen. Nur 4 Jahre waren die drei Wappen des Grenzsteins gültig, dann fiel die ganze Region an Baden und die differenzierte Darstellung auf diesem herrlichen Grenzstein wurde bedeutungslos.

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