Besondere Grenzsteine auf dem Höhenzug zwischen Schutter- und Kinzigtal

“Auf der Schanz” steht heute nur noch die Kopie (1912; links) eines Grenzsteines von 1599, der auf zwei Seiten (gegen Schuttertal und Prinzbach) das Wappen der Geroldsecker (in Gold ein roter Balken) und gegen Welschsensteinach das Wappen der Fürstenberger zeigt. Ein schöner Stein, der heute im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen aufbewahrt wird (rechts). Nach Ende Ihrer Herrschaft im Kinzigtal haben die Fürstenberger den Stein wohl einfach mitgehen lassen.

Im Archiv ist der Stein allerdings so ungünstig an die Wand gestellt, dass ausgerechent das Fürstenberger Wappen nicht recht einzusehen ist (Abb. links), so dass die Kopie vor Ort einen besseren Eindruck von dieser Seite gibt (Abb. daneben). Neben dem Stammwappen der Fürstenberger (der Adler erscheint noch ohne Brustschild) ist die Jahreszahl 1599 und die römische Nummer XVIII (18) zu sehen, deren Bedeutung sich mir noch nicht erschlossen hat. Die Nummern auf den beiden anderen Seiten sind die fortlaufenden Nummern der Grenzsteine der beiden Gemeinden.



Das Wappen der Geroldsecker, die 1634 im Mannestanmm ausstarben, ist kaum noch auf Grenzsteinen erhalten. Umso erstaunlicher ist der links abgebildete Stein von 1598, der das Wappen ungewöhnlicherweise auf der Oberkante zeigt. Es ist ein “innergeroldseckischer” Stein zwischen den Gemeinden Schuttertal und Prinzbach und steht auf dem Kambacher Eck. Die Schauseiten sind unten dargestellt.


Links die Seite Richtung Schuttertal mit der Jahreszahl 1598, der Bezeichnung G H S (H und S inneinander geschriegen: steht für Geroldsecker Herrschaft) und der laufenden Nummer 346. Rechts die Seite Richtung Prinzbach mit H.V.G (Herren von Geroldseck), STAIN (also Grenzstein), der laufenden Nummer 124 und GP (Gemeinde Prinzbach).
Zwischen der Fürstenbergischen Herrschaft im Kinzigtal und der Geroldsecker Herrschaft im Schuttertal sind noch einige Steine aus späterer Zeit (1737) erhalten, als die Geroldsecker Herrschaft schon seit 40 Jahren in den Händen der Familie von der Leyen war. Von diesen sticht der hier abgebildete besonders heraus, da beide Seiten so gut erhalten sind: links das Wappen der von der Leyen, die Jahreszahl 1737, eingerahmt von H und G (Hohengeroldseck), GHS (wie oben beschrieben) und die laufende Nummer 300; rechts das Fürstenberger Wappen (der Adler jetzt mit Brustschild), die Jahreszahl, eingerahmt von FF (Fürsten zu Fürstenberg).


Siehe auch Fürstenberg, Hohengeroldseck